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Kaputtes Auto, Umzug und Möbelsuche

An dem letzten Wochenende sind wir dann wieder nach Knoxville gefahren. Wir hatten wieder keine Lust im Hotel abzuhängen. Nachdem wir zunächst einmal eine gute Stunde später losgekommen sind als eigentlich beabsichtigt, weil ich euch unbedingt noch eine email schreiben wollte, die dann abgestürzt ist, ist uns ca. eine halbe Stunde hinter Lexington der Kühler übergekocht. Zum Glück hat jemand anders angehalten. Der hatte eine halbe Werkstatt in seinem Kofferraum und der hat uns dann geholfen. Ein dicker Schlauch im Kühlkreislauf hatte einen Riss. Zum Glück mehr oder weniger direkt am Ende des Schlauches. Unser netter Helfer hat es dann geschafft, den Schlauch abzuziehen, ein Stück abzuschneiden und mit Hilfe einer Schlauchschelle, die er aus den Tiefen seines Kofferraums hervorholte,wieder zu befestigen. Währenddessen habe ich versucht, das Eis, das wir in unserer Kühlbox hatten (hier haben nur wenige Leute Kühlakkus, man schmeisst einfach Eis in die Kühlbox und schüttet das Wasser hinterher einfach weg) aufzutauen, da weder wir noch unser Helfer ansonsten irgendwie Wasser hatten. Zum Glück hatten wir noch die Kisten mit dem Zeug von Geri im Auto. Ich habe also diverse Plastikdosen mit ein wenig Eis gefüllt und in die Sonne gestellt. Taute natürlich trotzdem nicht besonders schnell. Unser Helfer kam schliesslich auf die Idee (in den USA hat man ja echt niedrige Benzinpreise) sein Auto wieder anzumachen und ich habe dann immer einen Topf mit Eis unter den Auspuff gehalten, bis das Eis Ansatzweise geschmolzen war... Das haben wir dann unserem Kühler zugführt. Wir haben es dann mit diesem bisschen Wasser bis zur nächsten Tankstelle geschafft. Hier haben wir dann Kühlflüssigkeit und Wasser aufgefüllt. Aber dann haben wir uns nicht wirklich getraut mit dem Auto nach Knoxville zu fahren und sind schön über Land nach Lexington zurückgetuckert. Trotz unseres Unglücks: Wunderschöne Strecke. Mit einer netten kleinen Fähre über den Kentucky-River, wirklich schön.

Vom Hotel aus haben wir dann Geri und Dan angerufen, und die haben uns erklärt, so etwas wäre hier ziemlich normal, das läge an den Temperaturen. Ausserdem könnten wir mit dem so reparierten Auto selbstverständlich noch nach Knoxville fahren. Ausserdem hätten sie sich ein eigenes Pontonboot gekauft und das müssten wir doch unbedingt mit ihnen einweihen. Also sind wir dann doch noch nach Knoxville gefahren. Die beiden wohnen, um genau zu sein nicht direkt in Knoxville sondern in einem kleinen Ort bei Knoxville. Da haben wir uns dann nachts glatt noch in Knoxville verfahren, als wir den Abzweig dahin gesucht haben. Ist aber auch manchmal blöd, da gibt es häufig keine Schilder mit Ortsnamen drauf, sondern alle grösseren Strassen sind gekennzeichnet, ob man nach rechts oder links nach Norden oder Süden, bzw. nach Osten oder Westen fährt. Wenn man da nicht tierisch gut aufpasst, ist man in Nullkommanichts in der falschen Richtung unterwegs.

Aber wir haben es dann noch vor Mitternacht zu den beiden geschafft. Dort bekamen wir dann erst mal das Boot vorgführt, dass sie im Garten hatten um es zu putzen. Nicht dass wir viel gesehen hatten, denn es war ja Mitternacht, aber wir konnten schon abschätzen, dass es etwas grösser ist, als das Boot, mit dem wir die Woche vorher herumgeschippert sind. Geri hat uns dann noch was zu Essen gemacht und uns dann wunderschön in Geschenkpapier eingepackt noch einen Schlüssel zum Haus überreicht. :-) Wir wären ja schliesslich Familie und sollten nicht immer den Notschlüssel nehmen müssen, wenn wir mal ins Haus wollten...

Am nächsten Morgen musste Geri erst noch arbeiten und nachmittags haben wir dann das Schiffchen zu Wasser gelassen. Das ging echt ab. Mit einem 120PS-Motor kann man damit sogar Wasserski fahren. Hatten wir aber nicht. Vielleicht demnächst mal. Aber wir hatten so einen dicken Reifen, wie von einem LKW, nur in bunt. Der war mit einem Boden ausgestattet, damit man nicht durchrutschen konnte, und den kann man auch hinter dem Boot herziehen. Wenn man falsch drauf liegt, bekommt man ein ziemlich heftige Massage! Wir haben also ziemlich viel Spass gehabt.

Sonntags waren wir dann alle auf einer Geburtstagsparty eingeladen. War ganz nett. Abends sind wir noch mal mit dem Boot rausgefahren und dann haben Jens und ich uns auf den Weg zurück nach Lexington gemacht.

Dienstag morgen stellte sich dann schliesslich und endlich heraus, dass wir schon abends in unser Appartment einziehen konnten. Also haben wir pünktlich bei der Arbeit Schluss gemacht (so gegen 4) und um halb acht waren wir mit allem was wir im Moment besitzen in unserem neuen Domizil eingezogen.

Im Moment ist alles noch etwas kahl, wir haben unsere Isomatten im Schlafzimmer ausgerollt und pennen in unseren Schlafsäcken. Geri hatte uns noch zwei Kopfkissen gegeben, das ist jetzt gerade ganz praktisch. Die Küche ist ja zum Glück voll funktionsfähig, und unser Esszimmer besteht aus den zwei Klappstühlen, zwei aufeinandergestapelten Pappkartons als Tisch und einem weiteren Pappkarton als Beistelltisch. Da es hier ja diese ganzen Einbauschränke gibt, konnten wir auch einen Grossteil unserer Klamotten schon aufhängen. Ein Schrank mit Schubladen für Unterwäsche wäre dann irgendwann mal ganz praktisch. Ausserdem haben wir in unserem Arbeits-/Gästezimmer schon ein Tischchen und einen Computer (beides von Geri geliehen) den Jens gerade einrichtet, da er darauf seine Arbeit zuende schreiben will.

Wir sind ja jetzt schon abends immer mal in Möbelläden gewesen und haben versucht etwas an Möbeln zu finden, aber das war reichlich schwierig. Wir haben auch Kleinanzeigen studiert und sind diverse garage-sales, das ist so etwas wie ein privater Flohmarkt in der Garage oder im Garten und sehr beliebt hier, aber da gibt es nur Kleinkram (Wir haben einen Satz grosse Teller, Frühstücksteller, Suppenteller und Salattteller für 2 Dollar erstanden), aber die Möbel die dort angeboten werden sind entweder absolut hässlich oder nicht das wir wollen oder viel zu teuer oder aber alles auf einmal. In den Möbelläden ist es meistens das Problem, dass die Betten die wir vom Stil her toll finden, nämlich Kiefernbetten, eigentlich nur als Kinderbetten gibt. Und auch wenn wir uns manchmal kindisch benehmen, aus dem Alter der Etagenbetten sind wir denn doch heraus.

Gestern haben wir dann endlich einen Bettenladen gefunden, der uns zumindestens einen Kompromissbezüglich des amerikanischen und unseren Geschmacks anbieten konnte. Einen günstigen Bettunterbau, quasi ohne Rahmen, auf den die "Federbox" (das amerikanische Äquivalent zum Lattenrost, aber genauso dick wie eine Matratze) und die Matratze aufgelegt werden und ein einigermassen schlichtes Kopfteil und natürlich diese Federbox und Matratze. Hier mussten wir (oder hauptsächlich ich) uns dann auch von der Idee eines deutschen Ehebettes mit zwei Matratzen nebeneinander trennen, da dies bei dieser Form der Bettenkonstruktion nicht möglich ist, es sei denn ich will jede zweite nacht mit meiner Matratze auf dem Boden landen. Also haben wir ein sogenanntes King-size Bett bestellt. Das hat ungefähr die Breite eines normalen Ehebettes, hat aber eben nur eine durchgängige Matratze. Ausserdem haben wir in dem Laden ein Futon-Sofa bestellt. Dieses Sofa kann man zu einem Futonbett auklappen. Ausserdem ist es durch die Machart nicht so fürchterlich weich wie ein normales amerikanisches Sofa, in denen man meistens völlig versinkt und dann überhaupt nicht mehr weiss, wie man da wieder rauskommen soll. Das Futonbett ist nicht allzu breit, irgendwas zwischen 1,20 und 1,40m aber im notfall können da auch zwei Leute drauf schlafen.

Weiterhin haben wir uns gestern in einem grossen Einkaufsladen ein Esszimmerset bestehend aus einem Tisch und vier Stühlen bestellt. Genaugenommen, haben wir zwei solcher Sets bestellt, da die gerade im Sonderangebot sind und wir nicht wissen, wie lange die im Programm sind. So haben wir dann zwei etwas kleinere Tische, von denen wir einen als Esstisch und einen als Ecktisch zum Arbeiten im Eßzimmer benutzen wollen, 4 Stühle normal am Tisch, zwei Stühle für die Schreibtische und zwei Stühle, die wir als Ablagestühle ins Schlafzimmer stellen wollen. So haben wir, wenn wir dann mal Besuch bekommen, auf jeden Fall genug Stühle und können die beiden Tische zu einem grossen Tisch zusammenstellen. Wir hoffen also, dass wir am nächsten Wochenende einigermassen eingerichtet sind. Dann fehlt zwar immer noch viel (Bücherregale zum Beispiel, Nachttischchen u.ä.) aber es wird schon viel gemütlicher. Der Rest kann dann warten.

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Regina Hannemann