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Ein tolles Wochenende und Arbeitsbeginn

Als wir in Knoxville ankamen, waren Geri und Dan schon weg. Wir haben uns einen gemütlichen Abend gemacht und sind früh ins Bett. Am nächsten Morgen sind wir früh raus. Jens hat sich dann mal an seine Arbeit gesetzt und ich habe mehr oder weniger herumgegammelt. Vormittags bin ich dann noch einmal zum Walmart gefahren und habe Zutaten für eine Hühnersuppe gekauft. Einkaufen dauert im Moment immer noch Ewigkeiten. Bis man sich überhaupt in den Läden zurechtgefunden hat ist ein Ding. Das geht recht schnell. Aber wenn man was Spezielles sucht oder das günstigste, ist man schon eine Weile beschäftigt. Diesmal habe ich ca. 1 Stunde (ich hatte ja sonst auch nicht wirklich was zu tun) den Laden abgesucht, um festzustellen, ob es so etwas wie getrocknetes oder gefrorenes Suppengemüse gibt. Gibt es nicht! Also habe ich schliesslich und endlich eine Art Gemüsesuppe in der Tüte gekauft, die das getrocknete Gemüse und was weiss ich was an Suppengrundlage enthielt. Es war nicht einfach Bouillon, sondern eher etwas kremiger. Hat aber der Hühnersuppe, die wir ansonsten mit Hühnerbrust gekocht hatten keinen Abbruch getan.

Jens war ein klein wenig mit seiner Arbeit vorangekommen, und wir waren gerade am überlegen, was wir wohl am Abend machen wollen, da riefen Geri und Dan an, dass sie doch schon Samstag abend zurückkämen. Ausserdem hätten sie für Sonntag schon was tolles geplant. Also setzte Jens sich noch mal ein Stündchen an seine Arbeit, damit er noch ein wenig voran kam. Als Geri und Dan dann nach Hause kamen haben wir noch ziemlich lange mit Geri gesessen und einfach so erzählt.

Am nächsten morgen sind wir dann alle zusammen los. Dans Cousin besitzt ein sogenanntes Party- oder Pontonboot. Das sind mehr oder weniger zwei lange (Ponton)Röhren auf denen ein Deck mit einigen Sitzbänken montiert ist. Das ganze ist dann mit einem Aussenboarder ausgestattet. Die Dinger sind ganz schön gross. Das Boot, das wir von Dans Cousin geliehen haben war offiziell für 12 Leute gedacht, das fanden wir etwas viel, aber 8 bis 10 haben da locker drauf Platz. Mit diesem Boot sind wir dann von Mittags bis in den Abend hinein auf einem See herumgeschippert und haben die Seele baumeln lassen. Baden kann man auch ganz toll von diesen Booten herunter, was wir dann auch eifrig gemacht haben. Als wir so auf diesem Boot sassen, haben Geri und Dan uns auch erzählt, dass sie sich gerne so ein Boot oder aber ein Hausboot kaufen würden.

Am nächsten Morgen (Der Montag war ja ein Feiertag) bin ich sehr früh aufgestanden. Dan (der ein Faible für teure Hobbies zu haben scheint) besitzt eine Art Paraglider, also so ein Miniflugzeug, aber nicht mit einem Drachen oben drauf, sondern das Ding hängt an einem Fallschirm. Das wollte er mir unbedingt vorführen und mich auf einen Flug mitnehmen. Daher waren wir schon morgens um halb acht am lokalen Flugplatz (der zum Glück nur fünf Minuten vom Haus entfernt ist). Hier stellte Dan dann fest, dass sein Fallschirm vertüdelt ist und wir haben ca. eine halbe Stunde herumgedoktert bis wir den Fallschirm entwirrt hatten. Nachdem Dan dreimal kontrolliert hatte, ob denn jetzt auch alle Schnüre an der richtigen Stelle sind, beschloss er, da er immer noch nicht hundertprozentig sicher war, zunächst allein einen Probeflug zu machen. Tja, und dann wollte er unbedingt abheben. Als eine Windboe kam und er lieber den Start hätte abbrechen sollen, hat er versucht gegenzulenken und ist erst durch eine Kuhle gefahren und hat sich dann mit dem Flieger halb überschlagen. Zum Glück ist ihm nicht passiert. Aber jetzt war der Flieger verbeult und damit war es aus mit meinem morgendlichen Rundflug. Geri und Jens waren ziemlich erstaunt, als wir schon so früh wieder nach Hause kamen.

Ich bin dann noch mal mit Geri und Dan mitgefahren, da sie sich noch ein Hausboot anschauen wollten. War ganz nett, aber sie haben sich dann doch dagegen entschieden. Nachmittags sind Jens und ich dann wieder nach Lexington gefahren.

Dienstag war dann unser erster Arbeitstag. Wir haben zunächst einmal Arbeitsplätze in einem Labor bekommen, sollen aber die Tage ein richtiges Büro bekommen. Stephen hat uns dann beiden einen Stapel Artikel zu lesen gegeben. Nachmittags (vormittags hatte er Vorlesung) hat er uns dann noch einmal erklärt, was er denn von uns erwartet. Da ist dann unheimlich viel neues auf uns eingestürmt.

Die Tage bei der Arbeit sind dann nicht mehr so genau in meinem Gedächtnis, auch wenn die noch nicht so lange her sind. Wir sitzen da, lesen die Artikel, rechnen Dinge nach, laufen immer noch von A nach B, weil wir Computer-Accounts beantragen oder an einer zentralen Stelle Papier und Bleistift abholen müssen. Die Zeit rennt, abends sind wir totmüde und haben das Gefühl kaum vorangekommen zu sein. Ich hoffe dass sich das bald bessert. Zum Mittagessen probieren wir verschiedene Sachen aus. So etwas wie eine Mensa scheint es an der Uni nicht zu geben, dafür unheimlich viele verschiedene Fast Food Lokale. Die sind zum Teil auch Uni-intern. Aber alles ziemlich teuer. Auch wenn es hier und da Angebote gibt, die vom üblichen Burger mit Pommes abweichen, z.B. so eine Art Chinapfanne, kann man sich das auf gar keinen Fall leisten. Wir haben uns schon einige Male einen Salat mitgenommen. Wir haben auch probiert, mittags nach Hause, d.h. ins Hotel zu fahren um dort zu essen, aber das dauert viel zu lange. Also, am Mittagessen müssen wir noch arbeiten. Ich habe aber mittlerweile einen Kühlschrank und eine Mikrowelle gefunden, und die Studenten in dem Raum haben gesagt, dass wir die mitbenutzen können. Klingt doch schon mal vielversprechend.

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Regina Hannemann