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Noch mehr Formulare

Am nächsten Morgen haben wir uns entschieden, egal, wie wir das Hotel weiter bezahlen (bisher zahlt ja die Uni), wir wollen diese Wohnung. Aber wir müssen erst versuchen, Teresa zu sprechen, da wir ja ohne diese Social Security Nummer nichts machen können.

Nach einem Anruf an der Uni erfahren wir, daß sie heute wieder da ist und fahren dann auch direkt hin. Hier haben wir die Erleuchtung: Auch mit unserem Visum bekommen wir eine richtige, permanente Social Security Nummer. Die müssen wir allerdings in einem städtischen Amt beantragen, das am anderen Ende der Stadt liegt. Weiterhin erklärt uns Teresa, dass wir uns dringend um unsere Krankenversicherung kümmern müssen. Diese muss in der Univerwaltung beantragt werden. Wir haben also wieder jede Menge Termine auf der Liste.

Aber nach dem Besuch bei Teresa wollen wir uns erst mal unsere neue Wohnung sichern. Erstens erhalten wir, wenn wir heute, Donnerstag, also 1 Tag nach Wohnungsbesichtigung, den Vertrag abschliessen, 300 Dollar Discount auf die erste Miete und zweitens wollen wir fragen, ob wir nicht diese Adresse dann schon als Adresse auf den diversen Formularen angeben können, denn wer weiss, was passiert, wenn wir die Hoteladresse angeben. Gesagt, getan, anderthalb Stunden später haben wir 250 Dollar Kaution bezahlt, einen Vorvertrag unterschrieben (der richtige wird erst am Tag des Einzugs gemacht) und wir haben die Erlaubnis diese Adresse schon zu benutzen.

Das war ein grosser Schritt vorwärts in unseren Bemühungen uns in den Staaten häuslich niederzulassen. Nun brauchen wir aber immer noch die Social Security Nummer. Den Mietvertrag konnten wir nur machen, weil wir Bestätigungschreiben von der Uni hatten, die unsere Einstellung und die Höhe unseres Gehalts beinhalteten. Also sind wir ins städtische Sozialamt gefahren. Eine Stunde später hatten wir jeder ein neues Formular unterschrieben. Nach ca. 14 Tagen sollen wir dann unsere permanenten Social Security Nummern erhalten, die uns dann in den Staaten zu einem richtigen Menschen machen, der auch wirklich vertragswürdig ist!

Den Rest des Tages sind wir damit beschäftigt, an der Uni festzustellen, dass wir doch noch ein paar Formulare unterschreiben müssen und dass wir noch nicht im Universitäts-Computersystem sind. Dort müssen wir aber drin sein, um unsere Krankenversicherung zu beantragen. Also triggern wir auch das noch an und sind dann mal wieder unterwegs und fangen an, uns Möbel anzuschauen. Auch da wird es sicher kompliziert werden, etwas zu finden, das uns wirklich gefällt.

Abends telefonieren wir dann noch mit Geri und verabreden, dass wir am Wochenende wieder nach Knoxville fahren. Das Hotel ist zwar nicht schlecht, aber doch ein wenig eng. Zweitens ist es günstig, hat aber noch nicht einmal einen Pool. Da wir hier aber Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad haben, wäre Geris Pool nicht schlecht. Drittens ist das Wochenende ein langes Wochenende, da am Montag hier Feiertag ist und wir erst Dienstag anfangen müssen zu arbeiten. Geri und Dan sind zwar nicht da, aber sie haben uns erklärt, wo ihr Not-Schlüssel liegt und wir dürfen ihre Wohnung benutzen. Sie laden uns auch noch ein (Wenn wir früh genug in Knoxville sind) mit ihnen zusammen nach Chattanooga zu fahren, aber nachdem wir uns im Reiseführer die Beschreibung von Chattanooga angesehen haben, entscheiden wir uns gegen diese Einladung. Ausserdem möchte Jens versuchen ein wenig mit seiner Diss voranzukommen.

Freitags morgens sind wir also früh an die Uni. Als erstes in die Uni-Verwaltung, um die Krankenversicherung abzuschliessen. Hier stellt sich heraus, Jens ist im Computer, aber ich nicht. Ich fange an mit der E-Technik-Verwaltung zu telefonieren. Da stellt sich heraus, da ich ja von einer anderen Stelle finanziert werde (ihr erinnert euch, meine Stelle ist ja extra geschaffen worden) muss eine andere Sekretärin meine Einstellung veranlassen und mich in den Computer eintragen. Ich bekomme eine neue Telefonnummer. Die andere Sekretärin erklärt mir, sie würde noch auf Formulare bezüglich meiner Einstellung aus der E-Technik warten. Grmpfff! Ich verhandle mit ihr, dass sie mich wenigstens bis mittags in den Computer einträgt, da die meisten meiner Unterlagen ja schon bei ihr vorliegen. Das muss unbedingt noch an diesem Freitag geschehen, sonst kann ich die Krankenversicherung nicht anstossen, und ich bin im September nicht versichert sondern erst im Oktober. In der zwischenzeit hat Jens herausgefunden, wo wir was ankreuzen, ausfüllen und unterschreiben müssen. Wir geben also alle Formulare ab, und die Mitarbeiterin verspricht mir, mich in die Versicherung einzutragen, sobald ich im Computer erscheine.

Da wir gerade in der Uni-Verwaltung sind holen wir uns hier auch noch Mitarbeiterausweise ab. Die brauchen wir jetzt nämlich, um Parkausweise beantragen zu können. Wir haben nämlich schon einen Strafzettel für falsches Parken bekommen. An der Uni-Polizeistation verstehen wir dann, warum Stephen wollte, daß wir Anfang August und nicht Anfang September anfangen zu arbeiten: Anfang September ist Vorlesungsbeginn und alle Studenten kommen zurück. Alte und neue Studenten müssen so wie wir Parkausweise beantragen. Wir stehen ca. 1 Stunde in der Schlange bevor wir drankommen. Hier werden wir erst einmal darüber aufgeklärt, dass wir die Parkgebühr (immerhin 20 Dollar pro Monat) nicht von unserem Gehaltscheck abziehen lassen können, da wir laut ihrem Computer keine richtigen Angestellten sind. Da wir aber auch in keine andere Kategorie passen, gibt sie uns aber trotzdem einen Angestellten-Parkausweis. Bezahlen müssen wir dann aber im Voraus und mit Kreditkarte (was bis Mai ein ganz schöner Batzen Geld ist). Hinterher stellen wir fest, dass wir eigentlich noch geneppt worden sind, da dies der vorletzte Tag im August ist, wir die Parkkarte im August gar nicht benutzen werden sondern erst im September, trotzdem aber den August mitbezahlen mussten, da wir im August gekauft haben. Tja, so ist das Leben.

In der E-Technik-Verwaltung habe ich dann erst mal die Sekretärin dazu gebracht, die Formulare auszufüllen, von der sie dachte, die andere Sekretärin würde sie ausfüllen, die dachte, diese Sekretärin würde sie ausfüllen....

Jens hat in der Zwischenzeit mit Stephen abgeklärt, das unser Hotel auf jeden Fall für 14 Tage von der Uni für uns reserviert ist und von dort bezahlt wird und für die restlichen ein bis zwei tage müssten wir dann mal schauen, was wird.

Wir hoffen, daß jetzt alle Formalitäten geklärt sind und fahren frohen Mutes wieder nach Knoxville.

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Regina Hannemann